In diesen Wochen fielen mir zwei Werbungen in Irland sehr unangenehm ins Auge. Nein, nicht eine neue Kampagne von Hunky-Dorys oder irgendwelche anderen Schweinigeleien. Sondern ganz ernsthafte Werbung die uns, dem Kunden, Gutes verheisst. In harten Zeiten.
Da wäre zum einen eine Bank, die auf längerfristige Spareinlagen wirklich gute Zinsen bietet. Und zum andern eine Krankenversicherung, die mit ihren Preisvorteilen (in bestimmter Konstellation) gegenüber der Konkurrenz auf den Busch klopft. Gut für den Verbraucher, oder?
Blödsinn.
Die Bankreklame stammt von niemand anders als Anglo-Irish. Jawoll, meine Herrn, das ist jene Bank, die nach den dubiosen Geldschiebereien in der Vorstandsetage und einer wirklich grosszügigen Kreditpolitik
de facto pleite ist. Die nur noch existiert, weil sie
de facto verstaatlicht ist. Und die dem Kunden gute Zinsen bietet, während
de facto der Kunde schon mit seinem gesamten Steueraufkommen unfreiwilliger (aber voll haftender) Mitinhaber eine maroden und bankrotten Institution namens Anglo-Irish wurde.
Die Versicherungsreklame stammt dagegen von niemand anders als der VHI. Jawoll, meine Herrn, das ist jene Privatversicherung, die eigentlich in staatlicher Hand ist, seit Jahren Verluste macht, jetzt mit Millionen und Abermillionen aus dem Steuersäckel renoviert und anschliessend zum Verkauf angeboten wird.
De facto ein Pleitebetrieb, der ohne Subventionen aus den Steuergeldern den Steuerzahlern keine Billigtarife bieten könnte. Und der wohl auf risikoreichem Kundenfang ist, um die Verkaufschancen zu erhöhen.
Für wie dumm halten uns eigentlich die staatlichen Lenker dieser Betriebe und die Werbefirmen, die so neue Kundschaft an Land ziehen sollen?
War eine rhetorische Frage, gebe ich zu.