Freitag, 3. September 2010

Makabre Spendensammlung für Pakistan

Die armen Pakistanis sind nicht gerade vom Schicksal verwöhnt und Hilfe ist nicht nur willkommen, sondern auch dringend nötig. Und da Irland weder eine wirklich effektive Auslandstruppe noch irgendwelche sinnvoll einzusetzenden Gerätschaften aufzuweisen hat, schickt man Geld. Ist auch gut. Aber wie dies Geld gesammelt werden soll, das erscheint mir dann doch makaber. Zumindest im Blanchardstown Shopping Centre:


Ja, richtig gesehen: Man soll eben Münzen ins Wasser werfen. Hat Tradition. Ist im Zusammenhang mit einer Flutkatastrophe aber irgendwie ... naja, ich finde es nicht unbedingt gelungen. Und so richtig grotesk finde ich es, dass die Plakate "Helft den Flutopfern von Pakistan!" von einem künstlichen Wasserfall überspült werden.

Aber vielleicht liegt es auch nur an mir ...

Donnerstag, 2. September 2010

Mittwoch, 1. September 2010

Irlands Unfallserie untersuchen?

Binnen weniger Wochen hat es in Irland ein jähes Erwachen aus dem Schlummer gegeben, in den sinkende Todesraten auf den Strassen die gesamte Gesellschaft gewiegt haben. Gewiss, verstärkte Polizeipräsenz und auch einige Neubaustrecken haben ihren Anteil geleistet. Der Schwachpunkt aber bleibt der Mensch. So gab es binnen kürzester Frist gleich drei schwere Unfälle:
  • In Donegal starben acht Menschen, sieben davon Jugendliche, bei einer Kollision. Sieben der Toten waren mit einem weiteren Verletzten in einem Fünfsitzer unterwegs, zu einer Partynacht. Der achte Tote war ein Rentner, dessen Wagen sozusagen im Weg stand.
  • In Kerry starben vier Jugendliche, die mit einem fremden Auto unterwegs waren und das der 17jährige Fahrer in einen Abgrund lenkte. Nach dem Besuch einer Hausparty. Und ohne erkennbaren Grund.
  • In Mayo wurden sieben Jugendliche ins Krankenhaus gebracht, nachdem ihr Opel Astra (ja, nur einer) mit einer Mauer kollidierte. Der Unfall passierte auf der Rückfahrt von einer Party.
Nun fordern Politiker, mehr oder minder berufene Kommentatoren und viele andere Menschen eine genaue Untersuchung, was falsch auf unseren Strassen läuft. Naja, setzen wir eine Kommission ein, das war schon immer die irische Lösung für irische Probleme.

In Wirklichkeit sind die Fälle doch irgendwo sonnenklar und machen schnell bewusst, wo die Probleme liegen - Jugendliche, die in der Mehrzahl nie eine richtige Fahrausbildung genossen haben, laden ihre teilweise klapprigen Kisten bis zum Stehkragen voll und brettern dann durch's Partyland. Stimmung! Zumindest, bis der Notarzt kommt. Ach nein, Notarzt gibt es ja in Irland nicht. Also dann ... bis die Bodybags ausgefaltet werden. Da muss nichts untersucht werden, es ist dasselbe Phänomen wie der "Discotod". Begünstigt durchj ein systemisches Versagen, wenn es um Strassensicherheit geht.

Ganz ehrlich - schon nüchtern und hellwach lassen sich die Strassen in Donegal, Kerry und Mayo oft nur mühsam beherrschen. Und selbst erfahrene Banger-Racers würden von manchen optisch feinen irischen Autos dankend (und schaudernd) Abstand nehmen. Ich selbst sehe immer wieder Fälle, in denen die Leistungsfähigkeit des Basses wichtiger ist als das Profil der Reifen. € 500 für eine Stereoanlage ist eine sinnvolle Investition, aber ein Satz neuer Reifen würde ja € 300 kosten.

The road was mighty slippery today!

Aber was erwarte ich - nach dem Unfall in Kerry legte die Garda schön deutlich klar, in welche Richtungen ihre Untersuchungen gingen. Dann betonte man in den Medien, dass man aber aus Pietätsgründen vor den Beerdigungen keine Befragungen durchführen werde. Schön, dass den Beteiligten der Zeitrahmen vorgegeben wird, in dem sie ihre Geschichten mit Freunden und Bekannten abstimmen können.

Wer ballert da?

1. September 'mal wieder ... und wie mittlerweile üblich am Antikriegstag wurde ich von Schüssen geweckt. Kurz nach Fönffurrfönffunförzich. Jagdsaison hat begonnen. Brauchte erstmal wieder einige Minuten, um das Geballer einzuordnen. Cromwell's men are back again?

Dienstag, 31. August 2010

Werbung und Realität in Irland

In diesen Wochen fielen mir zwei Werbungen in Irland sehr unangenehm ins Auge. Nein, nicht eine neue Kampagne von Hunky-Dorys oder irgendwelche anderen Schweinigeleien. Sondern ganz ernsthafte Werbung die uns, dem Kunden, Gutes verheisst. In harten Zeiten.

Da wäre zum einen eine Bank, die auf längerfristige Spareinlagen wirklich gute Zinsen bietet. Und zum andern eine Krankenversicherung, die mit ihren Preisvorteilen (in bestimmter Konstellation) gegenüber der Konkurrenz auf den Busch klopft. Gut für den Verbraucher, oder?

Blödsinn.

Die Bankreklame stammt von niemand anders als Anglo-Irish. Jawoll, meine Herrn, das ist jene Bank, die nach den dubiosen Geldschiebereien in der Vorstandsetage und einer wirklich grosszügigen Kreditpolitik de facto pleite ist. Die nur noch existiert, weil sie de facto verstaatlicht ist. Und die dem Kunden gute Zinsen bietet, während de facto der Kunde schon mit seinem gesamten Steueraufkommen unfreiwilliger (aber voll haftender) Mitinhaber eine maroden und bankrotten Institution namens Anglo-Irish wurde.

Die Versicherungsreklame stammt dagegen von niemand anders als der VHI. Jawoll, meine Herrn, das ist jene Privatversicherung, die eigentlich in staatlicher Hand ist, seit Jahren Verluste macht, jetzt mit Millionen und Abermillionen aus dem Steuersäckel renoviert und anschliessend zum Verkauf angeboten wird. De facto ein Pleitebetrieb, der ohne Subventionen aus den Steuergeldern den Steuerzahlern keine Billigtarife bieten könnte. Und der wohl auf risikoreichem Kundenfang ist, um die Verkaufschancen zu erhöhen.

Für wie dumm halten uns eigentlich die staatlichen Lenker dieser Betriebe und die Werbefirmen, die so neue Kundschaft an Land ziehen sollen?

War eine rhetorische Frage, gebe ich zu.