Donnerstag, 16. Juli 2009

Nein, durch Kopieren erwirbt man kein Copyright ...

Es ist im Internet immer wieder interessant zu beobachten, wie leichtfertig mit dem Urheberrecht umgegangen wird - wobei man zwischen "Kleinigkeiten" und dem Abkupfern kompletter Inhalte schon unterscheiden muss. Aber was ich jetzt sah, das setzt dem Fass doch die Krone auf ... anscheinend gibt es Menschen, die meinen, das Copyright auf ein kopiertes Foto erwerben zu können. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man einen Copyrightvermerk einfügt:


Skurrilerweise stammt dieser Fauxpas von einem Mann, der nicht müde wird, andere Menschen mit seiner (interessanten. aber oft nicht korrekten) Interpretation von Urheberrecht und anderen juristischen Dingen zu belehren.

Noch skurriler: Einer der Fans dieses Mannes hat nicht erkannt, was hier abging ... und sich hilfreich angeboten, der vermeintlichen Urheberrechtsverletzung nachzugehen. Er ist empört ...

Da finde ich zu meinem großen Erstaunen in der Zeitschrift "Boote", Juli 2009, auf der Seite 85 links oben das Bild von der stark umströmten Backbordtonne, das Sie in Ihrem Newsletter veröffentlicht haben. Der Gipfel der Chuzpe ist, daß Ihr einkopierter Copyrighthinweis trickreich entfernt wurde.

Solche Machenschaften zeugen nicht nur von krimineller Energie, sondern auch von einem Mangel an schöpferischer Kraft und geistiger Reife. Dies in einer von mir bisher geschätzten Zeitschrift zu finden, erschüttert mich.
Der gute Mann, hier nach § 51, Absatz 2, aus dem Forum des Kopisten zitiert, hat wohl doch etwas den Überblick verloren, wer da von wem kopiert. Wahrscheinlich hat ihn seine "zweibeinige Stute" abgelenkt? Oder er ist von so verwirrenden Angaben wie "© BOOTE/RJS 12.7.09" auf's Eis geführt worden. Immerhin wurde nach dieser übereifrigen Zuschrift schnell der folgende Hinweis ergänzt:
Das Foto wurde dem BOOTE Magazin 7/09 entnommen.
Naja ... an sich wenig Neues. Denn wer solche Urheberrechtsvermerke einbringt, der muss sich ohnehin fragen lassen, was er uns denn nun genau sagen will: © Afloat/WI/SD/LC/RJS 9.7.09 ... auch ein Beispiel, wo die Kopie mit einem eigenen Copyrightvermerk ergänzt wurde.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Der grimme Schnitter ganz in Grün

Manche Dinge sind soooooo gut, dass ich mich nur frage, warum noch niemand vorher auf die Idee kam. Mein Beispiel des Tages ist ein britisches Versandhaus für Gartenbedarf, mit typisch skurrilem Humor "The Green Reaper" getauft:


Webadresse: www.thegreenreaper.co.uk

Nun for me, thanks!

Der beste Gag bei Brendan Behan ist immer noch die Story, dass es im Mountjoy Prison nur eine Sorte Tabak gäbe - und zwar die bekannte Marke Three Nuns. Dann wird erklärt: "Nun yesterday, nun today, nun tomorrow ..."

In diesem Sinne auch meine Überschrift ... zur einem Werbeplakat, das am Flughafen Hahn für den deutschen Edeltropfen Blue Nun wirbt. Also Pennerglück, aber im Ausland als akzeptabler deutscher Wein gehandelt und oft sehr teuer.

Schön finde ich den Werbespruch ganz unten, dass man Blue Nun in rund achtzig Ländern der Erde geniesse ... leider fehlt die Erläuterung, dass Deutschland nicht dazu gehört und man dort solche Weine eher für Billigbowle, zum Kochen oder als Essigersatz verwendet.

Dienstag, 14. Juli 2009

Flettner in Fenit - Endlos erneuerbare Energie an Bord

Eine wirklich interessante Entdeckung macht Holger von tralee.org jetzt am Pier von Fenit - ein umgebautes ehemaliges Fischerboot (?) mit einem Flettner-Rotor. Leider konnte er nicht mehr Informationen über dieses Boot in Erfahrung bringen, selbst der Name und Heimathafen sind derzeit unbekannt (weil nicht lesbar). Grössere Fotos findet man hier ... für Informationen zu dem Boot wäre nicht nur Holger dankbar.

Zur Erklärung für Laien: Der Flettner-Rotor ist diese komische "Klorolle" oben auf dem Schiff. Er macht das Schiff zum Segelschiff ohne herkömmliche Segel, indem der Magnus-Effekt ausgenutzt wird. Richtiger wäre die Bezeichnung "Windenergieschiff" - und auf Wikipedia kann man etwas mehr lernen ...

Bei dem von Holger entdeckten Schiff dürfte der einzelne Rotor eher ein "Hilfsaggregat" sein und nicht der ausschliesslichen Versorgung mit Antriebsnergie dienen. Eine ähnliche Konfiguration mit zwei (abgewandelten) Rotoren hatte Jacques-Yves Cousteau schon auf seiner "Alcyone" verwirklicht.

Kuriose Kurzmeldung: Gekaufter irischer Pass als Sicherheitsnetz

Die Story in der heutigen "Irish Times" ist Klasse: Ein Tscheche soll in Aserbaidschan Beamte bestochen haben, wird jetzt deswegen in den USA angeklagt und will sich dem Verfahren entziehen, indem er auf seine irische Staatsbürgerschaft verweist, wegen der ihn die Bahamas nicht ausliefern könnten und die er sich mit einem Investment schlicht erkauft hat.

Skurriler geht's nimmer ... und internationaler auch kaum. Mit im Maelstrom der Ereignisse ... ex-Senator George Mitchell, der Säulenheilige des nordirischen Friedensprozesses, der $ 200.000 in das aserbaidschanische Abenteuer investierte.

Nein, nicht nur in Irland sind die Analphabeten Schildermaler

Ich kann mich immer so richtig aufregen, wenn ich hier Schilder sehe, auf denen galoppierendes Analphabetentum dokumentiert wird ... "Punture Repairs". Aber da ich nicht immer nur über Irland meckern soll, hier ein Beispiel aus Aschaffenburg:


Aber das Essen war Klasse ...

Montag, 13. Juli 2009

Wer unter Strom steht, kann auch gegen den Strom der Zeit schwimmen

Nachdem Irlands Elektriker einen Teil der Industrie für eine Woche als Geisel nahm, ist jetzt eine Einigung im Tarifkonflikt in Sicht - mit immerhin 4,9% sahnen die Sparkies ab, verdienen also künftig garantiert € 1,05 mehr und sind somit bequem über einem Stundenlohn von € 20. Der, so beteuern viele Gewerkschafter, schon fast unter dem Existenzminiumum liege. Naja ...

Ein Signal an alle in Irland lebenden Menschen: Sichert Euch noch ein Stück vom Kuchen, solange noch Krümel da sind.

Denn die Elektriker haben mit fast fünf Prozent Lohnerhöhung in Krisenzeiten satt hingelangt. Bedenkt man, dass die Preise in Irland derzeit einer Deflation von ebenfalls rund 5% unterliegen, hat der fleissige Stromer jetzt rund 11% mehr Kaufkraft in der Lohntüte als noch letztes Jahr. Und da sage man nochmal, dass es keine guten Nachrichten aus Irland gibt.

Eine Nullrunde hätte es natürlich nicht getan ...